Geschichte
Die Geschichte von Gamprin ist mit derjenigen von Bendern eng verbunden. Wohl hat Bendern in der ganzen Geschichte eine bedeutendere Rolle gespielt als Gamprin. Bendern war ein befestigter Platz, wo die Bewohner der Umgebung in Kriegszeiten Schutz und Zuflucht suchten. Bendern war auch Sitz der Kirche und eines Klosters. Kirche und Kloster haben in der Geschichte von Bendern einen grossen Einfluss auf die nähere und weitere Umgebung ausgeübt.
Gamprin-Bendern, ein uraltes Siedlungsgebiet
Gamprin-Bendern, ein uraltes Siedlungsgebiet
Das heutige Gemeindegebiet ist ein uraltes Siedlungsgebiet. Die Siedlungen der Urzeit sind nicht die gleichen wie die heutigen Dorfsiedlungen.
Aus Grabungen, die im Gemeinegebiet Gamprin-Bendern im letzten Jahrhundert durchgeführt wurden, können wir uns ein ungefähres Bild der Ursiedlungen machen. Die Funde waren meist zufällig. Bei Bauten und Grabungen wurden Zeugen aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit freigelegt. Der Siedlungsplatz mit den ältesten Zeugen menschlichen Daseins in Liechtenstein befindet sich auf Gampriner Hoheitsgebiet, auf dem „Lotzagüatle“. Dort auf dem höchsten Punkt des Eschnerberges siedelten schon in der Jungsteinzeit, also etwa ca. 4000 Jahre vor Christus, Menschen.
Gamprin-Bendern unter römischer Herrschaft
Gamprin-Bendern unter römischer Herrschaft
Zur Zeit Christi Geburt wurde das Gebiet durch die Römer erobert und auch besiedelt. Es ist als sicher anzunehmen, dass die Römer die damalige, einheimische Bevölkerung nicht verdrängt haben, sondern dass ein Nebeneinander und sogar eine Vermischung mit den damaligen Einwohnern stattfand. Schon der Name unserer Gemeinde ist römischen Ursprungs ( campus Rheni = Feld am Rhein). In diese Zeit fällt auch die erste Christianisierung des Gebietes.
Römische Sitten und Gebräuche
Römische Sitten und Gebräuche
Der römischen Herrschaft verdankt unser Gebiet viel. Um das Gebiet immer an die Römer zu ketten und den Abfall der neuen Untertanen zu verhindern, boten die Kaiser von Rom alles auf. Sie schickten viele Soldaten in das Land, um das Volk zu überwachen. Sie bauten auch schöne Strassen. Mit den Soldaten, Kaufleuten und Ansiedler kam auch ihre Sprache (lateinisch) ins Land. Ebenso verbreiteten sich römische Sitten und Gebräuche. Unter den Römern kam auch die Landwirtschaft mehr in Blüte. Ackerbau, Wein- und Obstbau kam überall auf, wo die Beschaffenheit des Bodens es erlaubte. Es wird angenommen, dass sich die römischen Truppen im 5. Jahrhundert nach Christus zurückgezogen haben, da sie von den Alemannen mehr und mehr verdrängt wurden.
Jahreszahlen aus der Dorfgeschichte
Viele wichtige Jahreszahlen aus der Dorfgeschichte sind eng mit der Kirchengeschichte verflochten. Siehe auch das Kapitel Geschichte im Menue Kirche. Aus diesem Grund beschränken wir uns hier auf ein paar weltliche Zahlen.
| 6. Jahrhundert nach Christi Geburt | In diese Zeit fällt ein Hofbau auf dem Benderer Kirchhügel. Dieser Hügel war schon ein prähistorischer Siedlungsplatz. Dieser Platz wird zum Mittelpunkt der Gegend. Auf jeden Fall nimmt die Entwicklung der Gegend und mit ihr auch Gamprin-Bendern ihre Fortsetzung auf dem Benderer Kirchhügel. |
| 1499 Schwabenkrieg | Ein kleiner schwäbischer Trupp lagerte bei Bendern. Als die Eidgenossen über den Rhein vorüberzogen, spotteten die Schwaben, und sie benannten ein Kalb auf den Namen „Ammann Ruodi“, was die Eidgenossen dermassen reizte, dass sie über den Rhein zogen, sich hier sammelten und in Bendern plünderten und Brände legten. |
| 1587 | ereignete sich ein schreckliches Unglück. Anlässlich der Osterprozession nach Bendern ging das Fährschiff unter. 120 Insassen, hauptsächlich aus Gams, ertranken. |
| 1618 - 1648 | Zeit des 30jährigen Krieges. In der Zeit der sogenannten Bündner Wirren (1622 - 1637) hatte unser Land und auch Gamprin-Bendern durch die Einquartierung von Soldaten, dem Durchzug von zehntausenden an Kriegsvolk und der Pest schwer zu leiden. |
| 1699 | Am 16. März dieses Jahres fand „auf der Platte“ (heutiger Bongertplatz) in Bendern die Erbhuldigung der Unterländer an den Fürsten Johann Adam von Liechtenstein, somit der Übergang des Unterlandes an das Fürstenhaus Liechtenstein, statt. |
| 1794 | Zwischen Eschen und Gamprin findet die Güterteilung statt. Die Teilung bezieht sich auf alles Gemeindeeigentum an Wiesen, Auen, Feldern und Wäldern. |
| 1799 | Französische Truppen überschritten unter General Massena den Rhein bei Bendern. |
| 1867/68 | Bau einer hölzernen Rheinbrücke, die im Jahre 1874 abbrannte. |
| 1873 | Trennung der Gemeinde Ruggell und 1881 Trennung der Gemeinde Schellenberg von der Pfarrei Bendern. Gemäss dem ersten Punkt eines Statutes, abgeschlossen zwischen der Fürstlichen Regierung und dem Bischof von Chur, werden die Gemeinden Gamprin und die Pfarrei Bendern als eines und dasselbe erklärt. |
| 1895/96 | Bau einer neuen Holzbrücke über den Rhein |
| 1943/ 44 | Umbau des alten Schulhauses, welches heute noch steht. |
| 1963/65 | Bau der neuen Rheinbrücke Bendern-Haag |
| 1965/66 | Bau des esten Gemeindehauses |
| 1968 | Bau des Kindergartens |
| 1974 | Am 26. Juni, Brand der alten Rheinbrücke |
| 1980 | Einführung des Frauenstimmrechtes auf Gemeindeebene als zweite Gemeinde des Landes. Bei den nächsten Gemeindewahlen im Jahre 1983 werden sogleich mit Maria Marxer und Elsa Oehri zwei Frauen in den Gemeinderat gewählt. Die Gemeinde Gamprin-Bendern stellt von 1991 - 1995 mit Maria Marxer auch die erste und bisher einzige Gemeindevorsteherin des Landes |
| 1982/83 | Bau des heutigen Schulhauses |
| 1995/96 | Renovation des Pfarrstalles in Bendern und Vermietung des neuen Gebäudes an das Liechtenstein-Institut. |
| 1999/2000 | Umfassende Renovierung der Pfarrkirche Bendern |
| 2000/2001 | Bau des Vereinshauses |
| 2000 | Kauf einer grossen Fläche in der Grossabünt für die langfristige Errichtung einer Freizeit- und Sportanlage |
| 2001 / 2003 | Totalsanierung und Erweiterung des Gemeindehauses |
Fundgegenstände aus dem Lutzengüetle

- Henkelkrug
Henkelkrug vom Lutzengüetle (Gemeinde Gamprin) Höhe 20, Wandstärke 3 mm, Fassungsvermögen knapp 2 l, 4000 v. Christus
Das Keramikgefäss wurde handgeformt, poliert, mit einer weissen Paste in eingeritzten Vertiefungen verziert und reduzierend gebrannt.

- Schichtprofil
Das über 4 m hohe Schichtprofil vom Lutzengüetle während der Ausgrabung 1943 lieferte Kulturzeugnisse aus über 4000 Jahren.

- Schleifstein
Auf dem Schleifstein wurden Tierknochen zu Ahlen und Gewandnadeln zurechtgeschliffen. (Fundort: Lutzengüetle).

- Spiralscheibenanhänger
Spiralscheibenanhänger aus massiven, vierkantigem Bronzedraht. Durchmesser 8cm; 4./3. Jh. v. Christus. Gefunden 1916 auf dem Lutzengüetle in Gamprin.
Sagen
Sagen
Sagen aus Gamprin (22 KB)

- Römischer Silberdenar vom Lutzengüetle. Loorbeerbekränzter Kopf des Kaisers Augustus. Um die Zeit Christi Geburt.
























