Land-, Alp-, Forstwirtschaft
Der wichtigste Wirtschaftszweig der Bevölkerung Gamprins war bis Ende der 50er Jahre die Landwirtschaft. Erst zu Beginn der 60er Jahre mehrten sich die Gewerbebetriebe und im Zuge der Industrialisierung änderte sich die Beschäftigungsstruktur unserer Bevölkerung wesentlich. Laut Statistik gab es im Jahre 1929 55 hauptberufliche und 8 nebenberufliche Landwirte mit total 187 Beschäftigten. 1975 gab es noch 13 hauptberufliche und 16 nebenberufliche Landwirte mit 64 Beschäftigten. Mit dem Rückgang der Landwirtschaftsbetriebe nahmen auch die in der Landwirtschaft beschäftigten Personen ab. Ende 2003 wares es nur noch deren 6.
Alpe Rauz
Alpe Rauz
Bedingt durch die historische Entwicklung Liechtensteins, d.h. durch die Teilung in die Herrschaftsgebiete Grafschaft Vaduz und Herrschaft Schellenberg besitzen die Unterländer Gemeinden in Liechtenstein keine Alpen. Um ihr Vieh zu alpen, suchten die Unterländer Bauern somit Möglichkeiten im benachbarten Vorarlberg. Lange Zeit trieb ein Teil ihr Vieh auf Gamperdona im Nenzinger Himmel. Ein anderer Teil erwarb zusammen mit Ruggeller Bauern die Alpe Zirsch im Montafon.
Die Unsicherheit und Abhängigkeit war auf die Dauer jedoch sehr unbefriedigend. Die Gampriner Bauern wollten eine eigene Alpe erwerben. Als erste stand die Alpe Sücca zur Debatte, die vom damaligen Fürsten Johann II. zum Kauf angeboten wurde. Die Triesenberger überboten jedoch die Gampriner. Letztlich wurde es doch noch ein gutes Geschäft, denn Fürst Johann II. wollte die Gampriner nicht erzürnen und versprach ihnen 10'000 Kronen, wenn sie anderswo eine Alpe kauften.
Vorerst pachtete man die sehr unwegsame und für das Vieh gefährliche Alpe Radona im Klostertal. 1913 wurde das Vieh dort von einem frühen Kälteeinbruch überrascht, wonach viele Tiere verhungerten. Die überlebenden Tiere mussten mit teurem Aufwand per Bahn heimgeschafft werden.
Fast gleichzeitig stand die Alpe Rauz am Arlberg zum Kauf und man begann sofort zu verhandeln. Der Kauf war jedoch nicht unbestritten. An der Gemeindeversammlung vom 14. Februar 1914 stimmten von den anwesenden 54 Bürgern nur deren 35 für den Kauf, 19 waren dagegen. Bereits am 23. Februar 1914 wurde mit den Besitzern der Alpe Rauz ein Vertrag ausgehandelt. Der Kaufpreis betrug 60'000 Kronen.
Wegen des ersten Weltkrieges (1914 - 1918) und zusätzlich durch die Maul- und Klauenseuche (1915) gestaltete sich die Bewirtschaftung lange Zeit sehr schwierig. Auch in den Jahren des zweiten Weltkrieges (1939 - 1945) war die Bewirtschaftung mit erheblichen Problemen verbunden, da die Rauz im Ausland liegt. Trotz dieser Schwierigkeiten wurde die Alpe Rauz für die Gampriner Bauern zu einem wichtigen Faktor der Viehwirtschaft. Heute ist die Alpe auch ein beliebtes Wander- und Wintersportgebiet.
Die Geschichte unserer Alpe Rauz ist mit der Geschichte des Arlberg, einem der wichtigsten Alpenübergänge eng verknüpft. Sie erstreckt sich beidseitig der Arlbergstrasse über ein Gebiet von 7.1 km2 von Stuben bis zur Tiroler Landesgrenze. Das Gebiet der Alpe ist somit grösser als unser Gemeindegebiet in Liechtenstein mit 6 km2.
Heute verbringen jährlich etwa 200 Tiere ihre Sömmerung auf der Alpe Rauz. Das ist wieder etwas mehr als in den Jahren zuvor.
Gemeindewald
Der gemeinsame Besitz von Grund und Boden begann schon zur Römerzeit und ging Hand in Hand mit der Entstehung der Dorfsiedlungen. Der grösste Teil der Wälder am Eschnerberg und am Berg oberhalb Nendeln und Schaanwald war im gemeinsamen Besitz von Gamprin, Eschen und Mauren.
1794 wurde erstmals über eine Teilung des gesamten Gemeindeeigentums an Wiesen, Feldern, Auen und Wäldern (Pirschwald, Lindholz, Berg etc.) verhandelt. Mass der Zuteilung war die Häuserzahl (Hausnummern).
Die Teilung, Abteilung genannt, zwischen Mauren und Gamprin/Eschen erfolgte 1812, endgültig jedoch erst nach einem Schiedsspruch vom 22. Januar 1822. Aus diesem geschichtlichen Hintergrund versteht sich die örtlich sehr verschiedene Lage des Gampriner Gemeindewaldes. Von den total 112,9 ha Gemeindewald liegen
| am Nendler Berg | 72,38 ha |
| am Eschnerberg | 40,52 ha |
| Weitere Daten: | |
| Wirtschaftswald bestockt | 93,79 ha |
| Schutzwald ausser regelmässigem Betrieb | 72,38 ha |
| Gesamtfläche inkl. ertraglose Flächen | 112,90 ha |

- Landwirtschaft Bendern

- Waldteil auf Planken























