Geschichte
Der Name "Bendern" ist keltischen Ursprungs und kommt wahrscheinlich von "Benna" (= Landzunge, Horn, Vorgebirge) und "durum" oder "duron" (= befestigte Niederlassung, Festung, Burg). Ausgrabungen lassen vermuten, dass der Kirchhügel von Bendern schon zwei Jahrtausende vor Christus besiedelt war.
Weitere Ausgrabungen brachten eine kleine merowingische Kirche ans Licht (Merowinger = fränkisches Königsgeschlecht, merowingische Kunst hatte vom 5. bis Mitte des 8. Jahrhunderts ihre Blütezeit im fränkischen Reich). Die erste Kirche von Bendern bestand demnach bereits um das 6. Jahrhundert.
1045 schenkte der Staufer König Heinrich VI. einen Teil der Kirche dem Frauenkloster Schänis. 1178 bestätigte Papst Alexander III. in einer Bulle dem Kloster Schänis die Kirche von Bendern als klösterliches Besitztum.
1194 schenkte Ritter Rüdiger von Limpach, Besitzer aller Güter von Bendern, die Kirche dem Kloster St, Luzi in Chur. Der Besitz des Klosters St. Luzi in Bendern wird 1200 von König Philipp bestätigt.
In einer Urkunde von 1214 wird von Kaiser Friedrich II. nochmals festgehalten, dass die Mönche von St. Luzi die Kirche und Güter zu Bendern besitzen. Über mehr als 600 Jahre gehört demnach die Kirche zu Bendern mit all den Gütern dem Kloster St. Luzi in Chur, das auch die Seelsorger stellte. 1413 wird der dem Kloster St. Luzi der Besitz von Kaiser Sigismund erneut zugesichert.
1481 wird die neu erbaute Kirche im gotischen Stil eingeweiht.
1529 Übertritt von Salez und Sennwald zur Reformation
1532 Gegenreformation, also Rückkehr zur Pfarrei Bendern
1564 endgültiger Übertritt von Salez und Sennwald zur Reformation
1612 Stiftung des Bendner Fastentuches durch Haager Jungfrauen
1637 Übertritt von Haag zur Reformation
1816 starb der letzte Mönch des Klosters St. Luzi, Andreas Maiser. Von nun an sind Weltgeistliche Pfarrer von Bendern.
1873 werden Ruggell und 1881 Schellenberg selbständige Pfarreien.
1875/80 erste grosse Renovation.
1969/70 Renovation und Erweiterung.
1999/2000 jüngste Renovation.
Schon im 18. Jahrhundert waren sich die Benderer der Würde und des Alters der Pfarrei sehr bewusst: "Die Pfarre Bendern war der Hauptort im ganzen Territorium Schellenberg, dagegen die Pfarre Eschen der zweite Ort", erklärte das Kloster St. Luzi um 1724 der Nuntiatur in Luzern. Denn die Eschner meinten, dass Bendern bei Prozessionen immer vorausgehe, liege nur in der Kraft des Fahnenträgers.
Literatur-Tipp
"...im Kelchspiel ze Benderen...", ein Streifzug durch die Geschichte von Bendern von Harald Wanger: Herausgeber: Gemeinde Gamprin

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