Worte des Pfarrers

Geschätzte Leser und Leserinnen dieser Seite,

am 11. Februar ist der Tag der Kranken, dazu schreibt Papst Franziskus mit dem Blick zur Lourdesgrotte:

Brüder und Schwestern, wir sind nie auf die Krankheit vorbereitet; und oft auch nicht darauf, das fortschreitende Alter zuzugeben. Wir fürchten uns vor Verletzlichkeit, und die allgegenwärtige Kultur des Marktes treibt uns dazu an, sie zu leugnen. Für Zerbrechlichkeit gibt es keinen Platz. Und so schmettert uns das Unglück zu Boden, wenn es über uns hereinbricht und uns angreift. Es kann dann vorkommen, dass andere uns im Stich lassen oder dass wir den Eindruck haben, dass wir sie verlassen lassen müssen, um ihnen nicht zur Last zu fallen. So beginnt die Einsamkeit, und wir werden von dem bitteren Gefühl einer Ungerechtigkeit vergiftet, für die sich sogar der Himmel zu verschließen scheint…

Wir haben in Bendern die Möglichkeit unsere Anliegen zur Marien-Lourdesgrotte zu bringen, welches Segen bringt. Wir feiern vor allem im Mai und am 8.9.2023 das 125 Mariengrottejubiläum in Bendern.

Am Aschermittwoch, den 22. Februar 2023 beginnt die Fastenzeit. Dann, aber auch jetzt schon, können wir uns Gedanken machen, was sind meine Eigenarten, wo könnte ich mich verbessern und nach dem Guten Ausschau halten und für Einsame und Kranke da zu sein. Vielleicht hilft Ihnen diese gekürzte Geschichte;

Es war einmal eine Frau. In China oder Indien… Sie trug eine große Stange über ihren Schultern, an deren Enden zwei große Krüge hingen…Einer der Krüge hatte einen Sprung, während der andere eine volle Portion Wasser fasste. So war am Ende der langen Wanderung vom Fluss zum Haus der eine Krug immer nur halb voll…

Der Krug mit dem Sprung sagte: „Ich schäme mich wegen meines Sprunges, aus dem auf dem Weg zu deinem Haus das Wasser läuft.“

Die Frau lächelte. „ Ist dir aufgefallen, dass auf deiner Seite des Weges Blumen blühen, aber auf der des anderen Kruges nicht? Ich habe auf deiner Seite Blumensamen gesät, weil ich mir deines Makels bewusst war. Nun gießt du sie jeden Tag, wenn wir nach Hause laufen. Schon seit zwei Jahren kann ich diese wunderschönen Blumen pflücken und meinen Tisch damit schmücken. Wenn du nicht genauso wärst, wie du bist, würde diese Schönheit nicht existieren und unser Haus beehren.“

Von der Lourdesgrotte in Bendern grüsst

Pfr. A. Burali